Diese Ferienhausregeln klingen kurios – und sind oft überraschend sinnvoll

Umfrage unter Ferienhausvermietern

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München, Juli 2026 – Rauchen, Partys oder zusätzliche Übernachtungsgäste sind in vielen Ferienhäusern tabu. Doch manche Gastgeber gehen deutlich weiter: Kein Fisch in der Küche, keine hohen Absätze auf dem Parkett oder der Router darf nicht berührt werden. Was zunächst ungewöhnlich oder überraschend klingt, dient häufig dem Schutz der Unterkunft, der Nachbarn oder sogar der Sicherheit der Gäste. Eine aktuelle Holidu-Umfrage unter Ferienhausvermietern zeigt, welche Regeln besonders häufig gelten – und welche außergewöhnlichen Vorgaben Gäste mitunter ebenfalls erwarten.

Die häufigsten Regeln in Deutschland

Die meisten Hausregeln dürften Urlaubern vertraut sein. 92 % der befragten Gastgeber in Deutschland verbieten das Rauchen in der Unterkunft. Vier von fünf erlauben keine Partys oder Veranstaltungen. Auch Haustiere (59 %), Fahrräder in der Wohnung (54 %) oder das Umstellen von Möbeln (49 %) sind häufig untersagt. Fast jeder zweite Gastgeber legt außerdem Wert auf die Einhaltung der Ruhezeiten.

Auch im europäischen Vergleich zeigt sich ein ähnliches Bild. Rauchverbote gehören in allen vier Ländern zu den häufigsten Hausregeln, ebenso wie Verbote von Partys oder Veranstaltungen. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich jedoch bei Fahrrädern: Während 54 % der deutschen Gastgeber sie nicht in der Unterkunft erlauben, gilt dies nur für 24 % der befragten Gastgeber in Frankreich, 22 % in Italien und 16 % in Spanien.

 

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92 % der befragten Gastgeber verbieten das Rauchen in der Unterkunft.

Ungewöhnliche Hausregeln

Während sich die häufigsten Verbote in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien stark ähneln, finden sich bei den individuellen Hausregeln zahlreiche Besonderheiten. Manche wirken auf den ersten Blick skurril, ergeben bei näherem Hinsehen jedoch durchaus Sinn.

Schuhe aus – aber bitte nicht barfuß!

Empfindliche Holzböden spielen in vielen Ferienhäusern eine Rolle. Manche Gastgeber bitten darum, Straßenschuhe auszuziehen oder hohe Absätze zu vermeiden. In einer italienischen Unterkunft sind Schuhe zumindest im Schlafbereich tabu. In anderen ist sogar Barfußlaufen untersagt, stattdessen stehen den Gästen Hausschuhe zur Verfügung.

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In einigen wenigen Unterkünften sind nur Hausschuhe erlaubt. 

Für Vierbeiner gelten manchmal besondere Regeln

Hunde sind in vielen Ferienhäusern willkommen, allerdings nicht immer ohne Einschränkungen. Je nach Land erlauben zwischen 7 und 17 Prozent der befragten Gastgeber Hunde nur bis zu einer bestimmten Größe. Daneben finden sich individuelle Regeln: In einer italienischen Unterkunft dürfen Hunde nicht allein im Haus bleiben. In einer französischen Unterkunft werden Gäste gebeten, das Grundstückstor stets geschlossen zu halten, damit der Familienhund nicht entlaufen kann. In einer anderen Unterkunft ist Feuerwerk verboten, damit Pferde und Hunde auf dem Gelände nicht erschrecken. Andere Gastgeber untersagen, Haustiere auf Sofas oder Betten zu lassen oder Bettwäsche zum Abtrocknen der Tiere zu verwenden – damit sich auch die nächsten Gäste auf eine saubere Unterkunft freuen können. 

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Den Hund besser nicht im Ferienhausbett schlafen lassen.

Kein Fisch, kein Grillen, keine Räucherstäbchen

Regeln zu geruchsintensiven Speisen gehören zwar zu den selteneren Hausregeln, werden in Frankreich aber von jedem vierzehnten Gastgeber (7 %) genannt. Einzelne Gastgeber bitten ihre Gäste, in der Unterkunft keinen Fisch zu braten oder im Garten nicht zu grillen. In einer spanischen Unterkunft ist sogar das Verbrennen sämtlicher Materialien – von Räucherstäbchen bis Tabak – untersagt, um Gerüche und Brandgefahren zu vermeiden.

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3 % der befragten Gastgeberinnen und Gastgeber in Deutschland bitten ihre Gäste, keine geruchsintensiven Speisen zuzubereiten. 

Alkohol tabu? Ja, auch das gibt es

Auch der Alkoholkonsum ist in einzelnen Ferienunterkünften geregelt. Während ein vollständiges Alkoholverbot in Deutschland und Spanien kaum vorkommt (je 1 %), nennen 3 % der italienischen und 5 % der französischen Gastgeber diese Regel in der Umfrage als ungewöhnliche Hausordnung. In einer französischen Unterkunft ist Alkohol zumindest im Spa ausdrücklich untersagt, damit Erholung und Sicherheit im Vordergrund stehen.

Kinder nur ab bestimmtem Alter willkommen

Auch beim Alter der jüngsten Gäste setzen manche Gastgeber Grenzen. In Deutschland nennt nur ein kleiner Anteil der Gastgeber ein Mindestalter als besondere Hausregel (2 %), in Frankreich ist der Wert mit 6 % etwas höher. Dahinter stehen häufig praktische oder sicherheitsrelevante Gründe, etwa offene Treppen, empfindliche Einrichtungen oder Unterkünfte, die nicht auf Kleinkinder ausgelegt sind.

Nicht jede Steckdose ist eine Ladestation

Einzelne Gastgeber untersagen das Laden von E-Autos oder Fahrradakkus an normalen Steckdosen oder bitten darum, dies vorher abzusprechen. Hintergrund sind die hohe Strombelastung und mögliche Brandrisiken. Gerade bei E-Autos zeigt sich: Was für Gäste praktisch wirkt, kann für die Haustechnik schnell zur Herausforderung werden.

Bitte nicht am Router drehen

Auch Technik im Haus kann zur eigenen Regel werden. In einer spanischen Unterkunft ist das Berühren des WLAN-Routers ausdrücklich untersagt, damit Gäste die Einstellungen nicht versehentlich verändern.

In die Toilette gehört nur Toilettenpapier

Manche Regeln sollen kostspielige Schäden verhindern. Einzelne Gastgeber in Spanien und Frankreich weisen ausdrücklich darauf hin, ausschließlich Toilettenpapier herunterzuspülen, da Feuchttücher oder Hygieneartikel die Hebeanlage verstopfen können. Im schlimmsten Fall wird das Ferienhaus vorübergehend unbewohnbar.

Keine Gläser am Pool

Am Pool bitte ohne Glas. Eine französische Unterkunft erlaubt rund um den Pool ausschließlich bruchsichere Behälter – damit niemand nach einer zerbrochenen Flasche barfuß durch Scherben laufen muss.

Kein Zelt im Garten

Ein eigener Garten gehört für viele Gäste zum Ferienhausurlaub dazu. Trotzdem ist dort nicht alles erlaubt: In einer französischen Unterkunft ist das Aufstellen von Zelten ausdrücklich untersagt. So bleibt aus dem Ferienhausurlaub auch wirklich ein Ferienhausurlaub und kein zusätzlicher Campingplatz.

FKK? Lieber woanders

Manche Regeln fallen vor allem deshalb auf, weil man sie in einer Ferienunterkunft kaum erwartet. In einer französischen Unterkunft ist Nudismus ausdrücklich untersagt. Eine Begründung nennt der Gastgeber nicht. Auffallen dürfte die Regel den meisten Gästen trotzdem.

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Hinter jeder Regel steckt eine Geschichte

Auch wenn manche Hausregeln zunächst für ein Schmunzeln sorgen, haben die meisten einen ganz praktischen Hintergrund. Wer genauer hinsieht, erkennt hinter fast jeder Vorgabe eine konkrete Erfahrung.

„Ungewöhnliche Hausregeln sind die Ausnahme. Wenn es sie gibt, haben Gastgeber sie meist erst eingeführt, nachdem etwas kaputtgegangen ist oder sich eine Situation wiederholt hat. Was zunächst kurios wirkt, soll am Ende vor allem dafür sorgen, dass alle Gäste ihren Urlaub unbeschwert genießen können.“

— Susanne Becher, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft bei Holidu

Für die Umfrage befragte Holidu zwischen dem 15. und 22. Mai 2026 insgesamt 3.299 Ferienhausvermieterinnen und -vermieter in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Auf Deutschland entfielen 1.371 Befragte (99 % private Vermieter), auf Frankreich 1.017 (96 %), auf Spanien 538 (93 %) und auf Italien 373 (95 %). Insgesamt waren 97 % private Vermieter, 2 % Immobilienverwalter und 1 % Ferienvermietungsagenturen. Bei einigen Fragen waren Mehrfachantworten möglich.

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